Die Huttwil Falcons scheiterten auch im zweiten ernsthaften Test hintereinander. Der SC Unterseen-Interlaken in Huttwil nach einem spannenden, und wegen seiner Torfolge attraktiven Spiel mit 5:4 n.P. Die Oberländer bleiben weiterhin ungeschlagen.
Falken-Coach Stefan Gerber bedauerte nach dem Spiel die vergebenen Chancen. «Wir haben heute gut gespielt, aber unglücklich verloren. Wir hätten das Spiel in der regulären Spielzeit deutlich zu unsern Gunsten entscheiden müssen. Aber ich verliere solche Spiele lieber jetzt als in den Playoffs. Wir haben nun eine Woche Zeit, die Niederlage zu verdauen. Im nächsten Spiele gegen den EHC Aarau wollen wir wieder auf die Siegesstrasse zurückkehren.» In der Tat hätten die Huttwiler das Spiel bereits im ersten Drittel entscheiden können. Chancen hierfür hatten sie genug. Der Treffer von Patrik Schmid in der 6. Minute sollte für lange Zeit der einzige für die Falken bleiben. Vorerst jedoch beunruhigte dies kaum einen der einheimischen Zuschauer. Denn die Falken machen oft im zweiten Drittel den Unterschied. Dass dies am Samstag nicht so war, lag an den Gästen. Viel besser auf die Gastgeber eingestellt, störten und zerstörten sie leidenschaftlich und erfolgreich deren Spiel und suchten dabei selbst den Erfolg. Es klappte gleich zwei Mal. In der 27. und der 37. Minute wendete Roger Grossniklaus das Spiel und machte aus einem Rückstand einen Vorsprung. Dabei liessen sich die Falken zeitweise völlig aus dem Konzept bringen. Erst gegen Schluss des Mittelabschnitts kamen sie wieder etwas besser ins Spiel.
Das Schlussdrittel war äusserst interessant. Es fielen noch fünf Tore, wobei Napf vorübergehend sogar nochmals die Führung an sich riss. Gegen Ende der regulären Spielzeit hätten es beide Teams auf den Stöcken gehabt, die Partie für sich zu entscheiden. Nach einer eher ereignislosen Verlängerung versenkte Christop eicher den entscheidenden Penalty zum Sieg der Oberländer. Unterseen gewann den zweiten Punkt zwar etwas glücklich, aber trotzdem verdient. Mit ihrer leidenschaftlichen und kämpferischen Spielweise gelang es ihnen über weite Strecken, den Falken den Schneid abzukaufen. Die Platzherren mussten sich diesmal nicht vorwerfen lassen, das Spiel nicht «machen» zu wollen. Aber Stefan Gerbers Team hat noch Mühe, sich gegen Mannschaften vom Kaliber Unterseens zu entfalten, wenn sich diese auf die Zerstörung des gegnerischen Spiels verlegen. In den Playoffs werden jedoch mehrheitlich solche Spiele auf die Falken warten. Die Huttwiler haben noch genügend Zeit, sich darauf einzustellen.
EHC Napf – SC Unterseen-Interklaken 4:5 n.P. (1:0, 0:2, 3:2, 0:1)
NSZ Huttwil, 365 Zuschauer. SR: Grassi, König/Zimmermann. Tore: 6. Schmid 1:0. 27. Grossniklaus (Grossniklaus, Auschluss Schmid) 1:1. 37. Grossniklaus (Eicher) 1:2. 42. Gerber (Stoller, Studer) 2:2. 46. Ingold (Grossniklaus) 2:3. 49. R. Altorfer (Born) 3:3. 51. Wegmüller (Ausschluss Trittibach) 4:3. 53 Forny (S. Suter, Von Allmen) 4:4. 65. Eicher 4:5. Strafen: 8-mal 2 Minuten + 1-mal 10 Minuten (Guazzini, Check gegen den Kopf) gegen Napf, 10-mal 2 Minuten + 1-mal 10 Minuten (Kohler, unsportliches Verhalten gegen Unterseen.
Napf: Schilt; Kindler, Stoller; Berchtold, Gerber; Wegmüller, Born; Sägesser, Bieri, Guazzini; R. Altorfer, D. Altorfer, Studer; Lanz, Tschumi, Zürcher; Schütz, Schmid.
SCUI: Siegrist; Wolf, Lüthi; Fuchser, Aebersold; Balmer, Von Allmen; Trittibach, Ingold, Grossniklaus; S. Suter, Forny, Vogel; L. Suter, Kohler, Eicher; Bühlmann, Bohren, Stucki; Götz.