Mit vier Toren innert sieben Minuten drehten die Huttwil Falcons ein fast verloren geglaubtes Spiel. Bis zur 37. Minute mit 0:3 in Rückstand liegend, siegten die Huttwiler am Ende mit 5:4. Sie holten sich damit den Heimvorteil zurück, und spielen am kommenden Dienstag ihren ersten Matchpuck.
Als Schlüssel zum Erfolg kann die 43. Minute notiert werden. Zuerst verpasste Wiki in drei Versuchen eine hochprozentige Torchance, um im schnell und präzise vorgetragenen Gegenstoss den 3:2 Anschlusstreffer durch Björn Guazzini zu kassieren. Ab diesem Zeitpunkt kehrte die Hoffnung endgültig in die Köpfe und das Feuer ins Team der Falken zurück. Die Kombinationen der Huttwiler liefen nun plötzlich gut, und das zuvor dominante Wiki sah sich in die Defensive gedrängt. Die Tore fielen wie reife Früchte. Das 3:3 durch Remo Altorfer bereits 25 Sekunden nach dem 3:2. Das entscheidende 5:4 schoss mit Alain Sägesser ausgerechnet jener Spieler, welcher am Mittwoch wegen eines administrativen Irrtums keinen Urlaub von der RS erhalten hatte. Sägesser gab auch den Pass zum 4:3.
110 Minuten warteten die Falken auf ein Tor, bis sie in der 37. Minute im Powerplay durch Daniel Bieri endlich wieder skorten. Im zweiten Spiel gelang ihnen während 74 Minuten kein Treffer, und im ersten Drittel des dritten Spiels liess Wiki kaum Chancen zu. Es schien, als hätten die Aaretaler den Emmentalern mit dem hart umkämpften Sieg in Huttwil den Zahn gezogen. Tatsächlich legte Wiki los wie die Feuerwehr und dominierte die Falken in der ersten Spielhälfte beinahe nach Belieben. Weshalb die Einheimischen danach abzubauen begannen, konnte sich Wiki Coach Stefan Schweingruber nicht erklären: „Ich begann das Unheil bereits kurz nach dem 3:0 zu ahnen. Meine Jungs wurden zu passiv und erledigten ihren Job nicht mehr richtig. Aber wir sind noch nicht geschlagen. Wir können in Huttwil gewinnen“. Auch nicht vollständig zufrieden war Falken Coach Stefan Gerber: „Ich musste toben. Wäre mein Team nach dem 3:0 nicht aufgewacht, hätte ich zu unpopulären und drastischen Massnahmen gegriffen.“ Davon, dass sein Team nach der 0:1 Niederlage vom Mittwoch mental angeschlagen gewesen sein könnte, wollte Gerber indes nichts wissen. „Wir hatten dies verarbeitet, und danach gut trainiert. Aber wir haben gesehen, dass wir die Scheibe laufen lassen und schnell spielen müssen. Dies wird auch in den kommenden Spielen der Schlüssel zum Erfolg sein.“
EHC Wiki-Münsingen – Huttwil Falcons (Napf) 4:5 (2:0, 1:1, 1:4)
Sagibachhalle Wichtrach, 1’222 Zuschauer. SR: Siegenthaler, Zimmermann/ Stirnemann. Tore: 5. Stalder (Moser, Zurflüh, Auschluss Studer) 1:0. 17. Hoppe (Wegmüller, Zwahlen) 2:0. 24. Käser (Baltisberger, Hoppe, Ausschluss Kindler) 3:0. 37. Bieri (Stoller, Guazzini, Ausschluss Müller) 3:1. 43. Guazzini (Bieri, Stoller) 3:2. 44. R. Altorfer (D. Altorfer, Prinz) 3:3. 46. Guazzini (Sägesser, Bieri) 3:4. 48. B. Wegmüller (Baltisberger, Baumgartner, Ausschluss T. Wegmüller) 4:4. 50. Sägesser (Guazzini, Wegmüller) 4:5. Strafen: 10-mal 2 Minuten + 1-mal 10 Minuten (Iseli, unsportliches Verhalten) gegen Wiki, 9-mal 2 Minuten gegen Napf.
Wiki: Kilchör; Scheuner, C. Kiener; Zwahlen, B. Wegmüller; O. Kiener, Stalder; Tschannen; Hoppe, Denkinger, Käser; Iseli, Baumgartner, Baltisberger; Moser, Zurflüh, Dubach; Christen, Portmann, Kormann; Käser.
Napf: Schilt; Kindler, Stoller; Berchtold, Prinz; T. Wegmüller, Born; Marolf; Guazzini, Bieri, Sägesser; R. Altorfer, D. Altorfer, Schär; Gerber, Studer, Schütz; Tschumi, Meyer, Zürcher; Rohrer.