Ein einziges, dafür kurioses Tor entschied das harte, intensive, hochstehende und überaus spannende Spiel zwischen den Huttwil Falcons und Wiki Münsingen zugunsten der Gäste. Die Einheimischen bezogen damit bereits ihre achte Niederlage nach Verlängerung in dieser Saison. Damit steht es in der Finalserie 1:1.
Was für ein Drama. Der vorher überragende Falken Torwart Thomas Schilt lenkte in der 74. Minute einen Schuss von Martin Baltisberger, welcher sein Ziel wohl knapp verfehlt hätte, ins eigene Tor, und führte damit das Overtime-Trauma der Huttwiler in eine weitere Runde. Von bisher acht Spielen, in welchen die Falken in die Verlängerung mussten, gewannen sie kein einziges. Es war das Spiel der Torhüter, auch bei der Entscheidung.
Dank Roger Federer wissen selbst Tennis-Muffel, dass ein Break erst dann endgültig realisiert ist, wenn es auch bestätigt ist. Die Huttwil Falcons gewannen das erste Spiel des Playoff-Finals in Wichtrach und realisierten damit ihr Break, welches es im Heimspiel zu bestätigen galt. In einer „Best of Five“ – Serie ist ein bestätigtes Break mehr als die halbe Miete. Entsprechend viel Brisanz steckte in dieser Partie. Und beide Teams legten gleich richtig los. Hätten die SCL Tigers in ihrem Spiel vom Dienstag gegen den EHC Biel auch nur halb so intensiv gespielt, wie dies die Huttwil Falcons und der EHC Wiki Münsingen taten, wären sie bereits in den Ferien. Was die beiden 1. Liga Teams den zahlreichen Zuschauern boten, war beste Werbung für das Amateur-Eishockey. Was für ein Abnützungskampf! Was für eine spielerische und taktische Qualität! Beide Teams verloren ihre taktische Linie nie. Dazu beste Chancen hüben wie drüben. Riesenglück dabei für die Falken in der Mitte des ersten Drittels, als die Schiedsrichter bei einem Fehler der Einheimischen das daraus resultierende Tor wegen eines knappen Offsides richtigerweise aberkannten. Aber auch die Gastgeber vergaben erstklassige Gelegenheiten. Je länger je mehr zeichnete sich ab, dass wohl ein einziges Tor die Partie entscheiden könnte. Dass dieses nach 60 Minuten immer noch nicht gefallen war, sprach einerseits für die hervorragenden Torhüterleistungen, - sowohl Thomas Schilt wie auch Martin Kilchör zeigten mehrere Big Saves, - andererseits aber auch für den äusserst grosszügigen Umgang mit den Chancen auf beide Seiten. Denn an den Torszenen lag es nicht. Das Skore hätte gut und gerne auch 5:5 heissen können. Dass die Entscheidung auf derart unglückliche Weise fiel, passte irgendwie zum Spiel. Denn wenn zwei gleichwertig Teams einen guten Tag einziehen, entscheiden oft Zufälligkeiten. Selten wird eine Entscheidung derart auf die Spitze getrieben.
Huttwil Falcons (Napf) – EHC Wiki-Münsingen 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)
NSZ Huttwil, 755 Zuschauer. SR: Ummel, Stapfer/Bauer. Tore: 74. Baltisberger (Baumgartner, Iseli) 0:1
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Napf, 6-mal 2 Minuten + 1-mal 10 Minuten (Ken Zurflüh, Disziplinarstrafe) gegen Wiki)
Napf: Schilt; Kindler, Stoller; T. Wegmüller, Born; Berchtold, Prinz; Marolf, D. Wegmüller; Guazzini, Bieri, Schütz; R. Altorfer, D. Altorfer, Schär; Rohrer, Meyer, Zürcher; Gerber, Studer;
Wiki: Kilchör; Scheuner, C. Kiener; Zwahlen, Wegmüller; Christen, Stalder; Tschannen; Hoppe, Denkinger, Käser; Iseli, Baumgartner, Baltisberger; Dubach, Moser, Zurflüh; Müller, Portmann;