In einem intensiven und kampfbetonten Spiel rang der SC Unterseen-Interlaken die Huttwil Falcons mit 3:1 nieder und glich die Playoff-Halbfinal-Serie aus. Der Sieg der Oberländer war hoch verdient und hätte auch höher ausfallen können
Nach der Pleite vom Samstag kündigte SCUI-Coach Reto Gertschen an: „Die Serie ist noch längst nicht entschieden. Wir werden kämpfen und versuchen, in die Serie zurückzukehren. Dieses Vorhaben versuchten die Einheimischen denn auch von beginn weg in die Tat umzusetzen. 39 Minuten lang hielt Falken-Torwart Thomas Schilt mit zum Teil unglaublichen Paraden sein Team im Spiel. Unterseen hätte zu diesem Zeitpunkt deutlich höher führen müssen. Unglaublich, mit welchem Aufwand die Oberländer spielten. Der Druck der Einheimischen war zeitweise so gross, dass sie die Gäste in der eigenen Zone fast erdrückten und zu Fehlern verleiteten. Es haperte einzig und allein mit der Verwertung der Chancen. Bereits im ersten Spielabschnitt, aber noch viel mehr im Mitteldrittel erspielte sich Unterseen Chance um Chance. Den einzigen Treffer erzielte bereits in der 3. Minute Simon Ingold, welcher von der Strafbank kommend im Zusammenspiel mit Bruno Trittibach den Führungstreffer markierte. Ausgerechnet Bruno Trittibach, der Strafbankkönig der Oberländer, welcher im ersten Spiel noch gesperrt war, trug entscheidend zur Führung bei. Napf schien zeitweise unkonzentriert und fahrig. Sie lieben es nicht, wenn sie derart unter Druck gesetzt werden. Gegen Ende des zweiten Dritttels begann man sich ob der vergebenen Chancen und im Wissen um die Klasse von Napf zu fragen, ob sich diese Chancen-Verschwendung nicht rächen könnte. In der 40. Minute liess Thomas Schilt den nicht unhaltbaren Schuss von Luki Suter passieren, welcher den Oberländern den Weg zum Sieg zu ebnen schien. Es sollten jedoch noch heisse letzte zwanzig Minuten werden. Die Huttwiler steigerten sich im letzten Drittel und checkten viel aggressiver vor. Und nach Sägessers Anschlusstreffer in der 46. Minute schienen die Einheimischen doch noch zu wackeln. Sie brachten jedoch den Sieg ins Trockene. Nun ist die Serie so richtig lanciert. Nach zuletzt zwei deutlichen Niederlagen ist dieser Sieg für die Oberländer doppelt wichtig. Sie wissen nun, dass sie gegen die Falken immer noch gewinnen können. Für die Falken gilt es nun, im heimischen Sportzentrum wiederum Präsenz zu markieren und den Heimvorteil zu wahren.
SC Unterseen-Interlaken – EHC Napf 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)
Matten, 725 Zuschauer. SR: Grassi, Bauer/Stapfer. Tore: 3. Ingold (Trittibach) 1:0. 40. L. Suter (Eicher) 2:0. 46. Sägesser (Bieri, Guazzini) 2:1. 60. Rohrbach (Grossniklaus, Blamer, Ausschluss Schütz) 3:1. Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen SCUI, 8-mal 2 Minuten + 1-mal 10 Minuten (Sägesser) gegen Napf.
SCUI: Beekmann; Von Allmen, Balmer; Lüthi, Aebersold; Ingold, Grossniklaus, Trittibach; Bühlmann. Vogel, S. Suter; Kohler, L. Suter, Eicher; Ingold, Zurschmiede, Gysi; Stucki, Götz; Forny
Napf: Schilt; Kindler, Stoller; T. Wegmüller, Born; Berchtold, Prinz; Marolf; Guazzini, Bieri, Sägesser; R. Altorfer, D. Altorfer, Schär; Schütz, Gerber, Studer; Tschumi, Meyer, Zürcher; Rohrer.