Die Huttwil Falcons dominierten das erste Spiel im Viertelfinal der Playoffs gegen den EHC Burgdorf klar und gewannen mit 7:2. Das Resultat ist auch in dieser Höhe absolut verdient. Dabei setzten Daniel Bieri mit drei Toren und Björn Guazzini mit einem Tor und drei Assists die Akzente.
Playoffs haben ihre eigenen Gesetze. Deshalb haben die Huttwil Falcons einfach nur ein Spiel gewonnen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Klarheit des Resultats wirft allerdings die Frage auf, was denn geschehen müsste, damit die Burgdorfer am Dienstag ausgleichen könnten. Es gibt durchaus Argumente, weshalb die Falken noch in Bedrängnis geraten könnten. 1.) Wenn die Huttwiler den Schlendrian einreissen lassen wie beim Stand von 3:1 in der Mitte des zweiten Drittels. Nach klaren Zuordnungsfehlern in Napfs Hintermannschaft kam Burgdorf in der 31. Minute durch Marcel Bühlmann und der 32. Minute durch Martin Muralt zu zwei grossen Chancen. Es brauchte die Glanzparaden des glänzend disponierten Falkenhüters Thomas Schilt, dass die Gäste nicht zu Treffern kamen. In solchen Momenten können auch zuvor einseitig verlaufende Partien unerwartete Wendungen nehmen. 2.) Wenn die Falken ihre Chancen nicht nützen. Tatsächlich war die Chancenverwertung im ersten Playoff-Spiel keineswegs schlecht. Sie wurde jedoch begünstigt durch Burgdorfs Hüter Marcel Felber, welcher zwar insgesamt sehr gut hielt, jedoch bereits in der 4. Minute den ersten Gegentreffer durch Björn Guazzini klar auf seine Kappe nehmen musste. Er lenkte damit das Spiel früh in seine Bahnen. 3.) Wenn die Huttwiler zu viele Strafen nehmen. Tatsächlich schossen die Burgdorfer ihre beiden Tore in Überzahl, und waren auch sonst im Powerplay meistens sehr gefährlich. 4.) Falls die Falken ihren Gegner unterschätzen sollten. Spielte Napf konzentriert und Vollgas, waren die Gäste klar unterlegen. Bei Vollbestand dominierten die Platzherren meistens klar und schnürten die Besucher oftmals regelrecht ein, so dass diese zum Teil kaum mehr wussten, wo ihnen der Kopf stand. Sobald sie aber nachliessen, waren die Burgdorfer zur Stelle.
Den Falken gelang es, ihren Rhythmus gegenüber der Masterround nochmals zu erhöhen, während die Burgdorfer vorab im ersten Drittel noch Anpassungsschwierigkeiten zu haben schienen. Zweifelsfrei wird in der Masterround das höhere Tempo gespielt als in der Serie der zweiten Tabellenhälfte. Falken-Coach Stefan Gerber, welcher sämtlichen vier Linien ungefähr gleich viel Eiszeit gewährte, sagte nach dem Spiel: «Wir hatten die Partie mit Ausnahme eines Durchhängers im Mitteldrittel klar im Griff. Den Aussetzer nehme ich dem Team nicht übel, aber so was kann gefährlich werden. Aus den Strafen des Gegners haben wir noch zu wenig gemacht. Dafür konnten wir gleich zu Beginn des Spiels ein hohes Tempo ansetzen.» Nicht viel anders sah es Burgdorfs Trainer Fritz Lanz: «Napf war heute das bessere Team und spielte abgeklärter. Es ist nun an uns, in die Serie zurück zu finden.»
EHC Napf – EHC Burgdorf 7:2 (3:1, 2:0, 2:1)
NSZ Huttwil, 522 Zuschauer. SR: Kiener, Leimgruber/Zimmermann. Tore: 4. Guazzini (Born, Stoller) 1:0. 7. Born (Guazzini, Sägesser) 2:0. 16. Bieri (Guazzini, Sägesser) 3:0. 20. Giger (Martin Muralt, Mathias Muralt, Auschlüsse Wegmülle, Prinz) 3:1. 38. Kindler (Gerber) 4:1. 39. Schütz (Prinz, Tschumi) 5:1. 41. Bieri (Guazzini, Sägesser) 6:1. 48. Rutsch (Martin Muralt) 6:2. 49. Schär (R. Altorfer, D. Altorfer, Ausschluss Stäubli) 7:2. Strafen: 9 x 2 Minuten gegen Napf, 7 x 2 Minuten gegen Burgdorf. 6.26: Timeout Burgdorf.
Napf: Schilt; Kindler, Stoller; T. Wegmüller, Born; Berchtold, Prinz; D. Wegmüller; Guazzini, Bieri, Sägesser; R. Altorfer, D. Altorfer, Schär; Schütz, Gerber, Studer; Tschumi, Meyer, Zürcher.
Burgdorf: Felder; Seematter, Mathias Muralt; Künzi, Sulzberger; Rosenfellner; Giger, Martin Muralt, Rutschi; Bühlmann, Inniger, Stoll; M. Blatter, B. Blatter, Hostettler; Lanz, Moor, Stäubli.