Wichtiger erster Sieg von Zuchwil Regio über die Huttwil Falcons in der aktuellen Saison. Die Emmentaler können in der Overtime einfach nicht gewinnen. Ein Tor in der 65. Minute durch David Rohrer entschied die Partie.
Was haben die Huttwil Falcons mit dem EHC Thun und mit dem EHC Zunzgen-Sissach gemeinsam? Das ambitionierte Spitzenteam gewann wie die beiden Schwanzklubs in der aktuellen Saison noch nie ein Spiel in Overtime. Schlimmer noch: Während Zunzgen nur zwei, und Thun vier Möglichkeiten zum «üben» hatten, bezogen die Huttwiler bereits ihre sechste Niederlage in der Verlängerung. Diejenige gegen Zuchwil ist für die Emmentaler doppelt fatal, weil die Falken diesen Gegner zuvor zwei Mal klar schlugen. Die Solothurner dürften mit diesem Sieg Zuversicht für die Playoffs getankt haben. Durchaus möglich, dass die beiden Gegner bereits im Viertelfinal aufeinander treffen werden.
Die Overtime-Neurose dürfte sich mittlerweile in den Köpfen einiger Falken-Spieler eingenistet haben. So möglicherweise auch bei Pascal Stoller, welcher mit seinem Fehlpass den entscheidenden Treffer in der Verlängerung ermöglichte. Der überragende Verteidigungsminister der Falken während grossen Teilen der Saison ist nach seiner Schulterverletzung noch nicht wieder in Form. Seine vormals gefürchteten Schüsse von der blauen Linie sind selten geworden und finden ihr Ziel zurzeit nicht. «Ich bin noch nicht wieder der alte, werde aber auch ganz anders abgeschirmt, als zu Beginn der Saison. Dass mir von den Gegnern so viel Beachtung geschenkt wird, hat für unser Team jedoch auch Vorteile. Es eröffnet Räume für meine Mitspieler» kommentiert Stoller seine aktuelle Situation.
Dass die Masterround nicht einfach nur zu Positionskämpfen dient, sondern von den Mannschaften dazu benutzt wird, sich einerseits in Playoff-Form zu bringen, und andererseits hinsichtlich des Saison-Höhepunktes Präsenz und Stärke zu demonstrieren, bewies die Partie vom Samstag. Die beiden Kontrahenten schenkten sich nichts. Es wurde gefightet bis zum Letzten, die Forecheckings waren intensiv und konsequent wie sonst nur in den Playoffs, gekämpft wurde mit Haken und Ösen, manchmal auch mit den Fäusten, was bei Marco Schlup von Zuchwil und Ralph Prinz von den Falken mit einem frühen Feierabend «belohnt» wurde. Spielerisch war die Begegnung weitgehend ausgeglichen, aber von vielen Fehlern gezeichnet. Zuchwils Coach Andreas Beutler sagte nach dem Spiel: «Dieser Sieg war vor allem psychologisch sehr wichtig für uns. Wir haben erneut gesehen, wie stark die Huttwiler sind. Aber wir haben gezeigt, dass wir sie schlagen können, und dass wir auf guten Wegen zu unserer Playoff-Form sind»
EHC Zuchwil Regio – EHC Napf 3:2 n.V. (0:0, 1:1, 1:1, 1:0)
Sportzentrum Zuchwil, 212 Zuschauer. SR: Kiener, Vögeli/Brönnimann. Tore: 36. Stalder (Wüthrich) 1:0. 40. Born (Ausschluss Wüthrich) 1:1. 47. Stalder (Rohrer) 2:1. 54. Bieri (Wegmüller, Schütz, Ausschluss Wüthrich) 2:2. 65. Rohrer 3:2. Strafen: 11-mal 2 Minuten + 1-mal 5 Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe (Schlup, übertriebene Härte) gegen Zuchwil, 5-mal 2 Minuten + 1-mal 5 Minuten plus Spieldauer Disziplinarstrafe (Prinz, übertriebene Härte) gegen Napf.
Zuchwil: Ackermann; Mosimann, Wüthrich; Schlup, Junker; Beyeler, Hirzel; Balen, Pistolato, Brand; Schöni, Murer, Rohrer; Von Dach, Stalder, Rohrbach; Schlup, Lüthi.
Napf: Schilt; Born, Prinz; Kindler, Stoller; Berchtold, Wegmüller; Marolf; R. Altorfer, D. Altorfer, Studer; Guazzini, Bieri, Schär; Meyer, Gerber, Schütz.