Erst die optimale Ausbeute im Penaltyschiessen entschied eine weitere, äusserst spannende Auseinandersetzung zweier spielerisch starken Mannschaften zugunsten des SC Lyss. Zuvor hatte auch eine intensive, chancenreiche Verlängerung keine Entscheidung gebracht.
Wenn die Huttwil Falcons gegen den SC Lyss spielen, ist Tempo und Spektakel angesagt. Und weil beide Teams jeweils im Abschluss sündigen und zudem gute Torhüter in ihren Reihen wissen, vermögen die Tore mit den herausgespielten Chancen jeweils nicht mitzuhalten. Wie in den letzten drei Begegnungen zwischen den beiden Kontrahenten, welche alle mit jeweils nur einem Tor Unterschied endeten, und spannend bis zur letzten Sekunde waren, verlief auch das gestrige Spiel äusserst ausgeglichen und bot Offensiv-Spektakel nach dem Gusto der Zuschauer. Dabei waren die Seeländer im ersten Spielabschnitt die etwas aktivere Mannschaft, und führte zurecht mit einem Tor Vorsprung, auch wenn die Huttwiler ein paar Sekunden vor Schluss einen aberkannten Treffer zu beklagen hatten, bei welchem das geahndete Torraum-Offside von den Zuschauerrängen nicht klar ersichtlich war. Das Skore nach zwanzig Minuten hätte jedoch durchaus 4:5 lauten können. Im zweiten Abschnitt bekamen die Falken das Spiel besser in den Griff und beherrschten ihre Gegner vorerst klar. Die Tore von Alain Sägesser (22.) und Michael Gerber (25.) zur zwischenzeitlichen 2:1 Führung waren denn auch die logische Konsequenz. Danach nahmen sich jedoch die Falken selbst durch einige Strafen wieder aus dem Spiel, so dass sie nach vierzig Minuten froh sein mussten, dass sie lediglich den Ausgleich zum 2:2 durch Mike Röthlisberger entgegennehmen mussten. Im letzten Drittel flachte der spielerische Gehalt der Partie vorerst merklich ab, was jedoch der Intensität keinen Abbruch tat. Vielmehr triumphierten vorerst die Defensiven beider Teams über die Offensivkräfte, die Angriffsbemühungen wurden oft bereits im Keime erstickt. Dies änderte sich erst wieder gegen Ende der regulären Spielzeit, als sich die Torchancen wieder häuften, ohne zählbares Resultat allerdings. Der Sieg der Seeländer war verdient, obwohl das Verdickt auch anders hätte lauten können. Die Huttwil Falcons waren für einmal im Abschluss weniger effizient als die Seeländer. Ein Umstand, welcher sich in den vorherigen Begegnungen der beiden Kotrahenten jeweils anders präsentierte. Hinsichtlich der Playoff-Form sind beide Mannschaften noch steigerungsfähig, aber auf dem richtigen Weg.
EHC Napf – SC Lyss 2:3 n.P. (0:1, 2:1, 0:0, 0:0)
NSZ Huttwil, 313 Zuschauer. SR: Huber, Maag/Leimgruber. Tore: 16. Hässig 0:1. 22. Sägesser (Bieri) 1:1. 25. Gerber (Schütz) 2:1. 34. Röthlisberger (Denier, Murkowski) 2:2. 65. Burri 2:3. Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Napf, 6-mal 2-Minuten gegen Lyss.
Napf: Schilt; Born, Prinz; Kindler, Stoller; Berchtold, Wegmüller; R. Altorfer, D. Altorfer, Studer; Guazzini, Bieri, Sägesser; Schütz, Schär, Gerber; Tschumi, Meyer, Rohrer.
Lyss: Hirschi; Beck, Lüthi; Burri, Hässig; Röthlisberger, Valenti; Marti, Paratte; Murkowsky, Denier, Müller; Berthoud, Krebs, Jöhl; Stoller, Baumberger, Friedli