Das Tor von Renato Schütz in der 11. Minute bedeutete bereits die Entscheidung im hart umkämpften, intensiven Derby zwischen den Huttwil Falcons und dem EHC Brandis. In einem Spiel der ausgelassenen Chancen triumphierten die Huttwiler verdient und profitierten von den Pleiten der direkten Konkurrenten.
Wer hätte das gedacht? Nach der Niederlage gegen Adelboden schienen die Felle der Huttwil Falcons hinsichtlich eines zusätzlichen Heimspiels in der Masterround davon zu schwimmen. Nach dem Derbysieg sind die Falken vor dem abschliessenden Quali-Spiel gegen Thun wieder in einer ausgezeichneten Position.
Das Derby zwischen Napf und Brandis war diesmal auch das Spiel der Wiedergutmachungen. Die Falken wollten und mussten sich revanchieren für die unerwartete und weitgehend selbst verschuldete Niederlage in Hasle-Rüegsau. Brandis verlor sein letztes Spiel zuhause hoch gegen den SC Lyss. Einige Spieler sollen am Abend zuvor ausgiebig im Ausgang gewesen sein. Gründe genug also für ein intensives Derby.
Langnaus Verteidiger-Legende aus den 1980er-Jahren, Bernhard (Benu) Wüthrich war der Ansicht, er habe schon bessere 1. Liga – Spiele gesehen. In der Tat lebte die Partie weniger von technischen Raffinessen als von der Intensität und der Taktik. Die Gastgeber dominierten das Spiel von A – Z, und hätten deutlich gewinnen müssen. Vor allem im letzten Drittel war der Druck auf das Gästetor riesig und die endgültige Entscheidung war im wahrsten Sinne des Wortes nur eine Frage der Zeit. Denn erst die Schlusssirene entschied das Spiel endgültig. Vor allem in den ersten beiden Abschnitten versteckte sich Brandis indes nicht, sondern versuchte seinerseits, mit schnellen Kontern zum Erfolg zu kommen. Dabei erspielten sie sich einige hochprozentige Chancen. Als Beispiel dient uns Situation aus der 24. Minute, als sich Oliver Rohrer und Patric Buri den Puck vor Thomas Schilts Tor so lange zuschoben, bis es zu spät war, die fast hundertprozentige Chance zu verwerten. Die beiden UE-Korrespondenten Ernst Marti und Bruno Wüthrich demonstrierten etwas gar selbstbewusste Einigkeit: «Wir zwei hätten den gemacht!» Insgesamt waren es jedoch vorwiegend die Falken, welche für die Musik sorgten und immer wieder zu ausgezeichneten Möglichkeiten kamen. Dass es zum Schluss nur 1:0 stand, hatten die Gäste ihrem glänzend disponierten Hüter Michael Brügger zu verdanken, welcher es immer wieder irgendwie fertig brachte, der Scheibe den Eintritt ins Tor zu verwehren.
EHC Napf – EHC Brandis 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)
NSZ Huttwil, 222 Zuschauer, SR: Kiener, Zimmermann/Leimgruber. Tore: 11. Schütz (Berchtold, Stoller) 1:0. Strafen: 7-mal 2 Minuten + 1-mal 10 Minuten (Kindler, unsp. Verhalten) gegen Napf, 8-mal 2 Minuten gegen Brandis.
Napf: Schilt; Born, Prinz; Kindler, Stoller; Berchtold, T. Wegmüller, D. Wegmüller; R. Altorfer, D. Altorfer, Studer; Guazzini, Sägesser, Schär; Bieri, Gerber, Schütz; Tschumi, Meyer, Zürcher; Rohrer;
Brandis: M. Brügger; Grossenbacher, Blaser; Salzmann, Bohnenblust; Lüthi, Beguelin; Kobel; L. Brügger, Muster, Joss; Witschi, Rohrer, Buri; Horisberger, Bracher, Salvisberg; Beutler, Hügli