Falken Coach Stefan Gerber hatte es geahnt: «Das Spiel in Adelboden wird sehr schwer für uns», sagte er nach dem problemlosen Sieg in Aarau. Dass es gleich so schwer werden würde, hätte wohl nicht einmal Gerber gedacht, denn immerhin gewannen die Falken das Hinspiel gegen den gleichen Gegner mit 10:2. Eines sei vorweg genommen: Die Falken unterschätzten den Gegner nicht. Der Erfolg der Oberländer hatte indes viele Väter. Adelboden kämpfte aufopfernd und gab nie auf. Auch als Thomas Wegmüller und Marco Tschumi für die Gäste in der 35. Minute innerhalb von 16 Sekunden einen Zweitore-Rückstand zum 3:3 wettmachten und eine Minute vor Ende des Mitteldrittels mit einem verdeckten Sonntagsschuss wiederum durch Thomas Wegmüller gar mit 3:4 in Führung gingen, wollten die Einheimischen den Sieg. Allerdings hätte zu diesem Zeitpunkt das Spiel längst entschieden sein müssen. Damit sind wir beim zweiten Faktor, Adelbodens Glück oder Napfs Unvermögen: Im ersten Drittel existierten fast nur die Falken. Minutenlang bissen sie sich im Drittel der Gastgeber fest und vergaben Chance um Chance. Das einzige Falken-Tor im Startabschnitt durch Michael Gerber entsprach in keiner Weise dem Aufwand. Im zweiten Drittel, unmittelbar vor dem vermeintlich vorentscheidenden Treffer zum 3:1 durch Bruno Marcon nahmen die Einheimischen sehr viel Glück in Anspruch. Während und unmittelbar nach einem Ausschluss von Mario Brügger spielten sich vor Adelbodens Torhüter Pieren unglaubliche Szenen ab. Der dritte Faktor für die Niederlage lag in der Defensive. Gerade in ihren Druckperioden waren die Falken anfällig auf die zwar seltenen, aber sehr schnell vorgetragenen Konter der Einheimischen. Der 1:1 Ausgleich durch Michael Loretan sowie das 3:1 fielen durch blitzschnelle Gegenangriffe. Auch Torhüter Thomas Schilt leistete sich einen seiner seltenen Schnitzer in dieser Saison. Er liess den Schuss zum 2:1 Führungstreffer von Remo Käser zwischen seinen Schonern passieren. Ein weiterer Faktor (der vierte) waren die zum Teil dummen Strafen. Insgesamt drei Gegentreffer kassierten die Gäste in Unterzahl. Den 2:1 Führungstreffer 26 Sekunden vor Schluss des ersten Drittels, den Ausgleichstreffer zum 4:4 durch Michael Küenzi in der 53 Minute, sowie der 5:4 Siegestreffer 32 Sekunden vor Schluss der Partie. Die Analyse des rekonvaleszenten Pascal Stoller war glasklar: «Diese Partie hätten wir gewinnen müssen. Wir haben uns selbst geschlagen. Der EHC Adelboden hat sich jedoch mit seiner aufopfernden Spielweise den Sieg verdient.»
EHC Adelboden – EHC Napf 5:4 (2:1, 1:3, 2:0)