Die Gebrüder Remo und Dino Altorfer allein waren in Bern das Eintrittsgeld mehr als nur wert. Insgesamt neun Skorerpunkte steuerten die beiden bei zum ungefährdeten Falken Sieg gegen Rot-Blau Bern-Bümpliz. Dabei genügte den Huttwilern eine höchst durchschnittliche Leistung zum Sieg.
Gastgeschenke erhalten gerade während der Weihnachtszeit die Freundschaft. Zum Glück für die Falken fand die Partie gegen Rot-Blau Bern-Bümpliz in dieser Saison bereits im November statt. Denn im weihnächtlich geschmückten Weiermannshaus erlebte der EHC Napf im letzten Dezember sein Waterloo. 3:4 verlor der haushohe Favorit nach einer 3:0 Führung. Es war das Debakel der Saison und die Mutter aller Niederlagen. Diesmal genügte eine durchschnittliche Leistung zum ungefährdeten Sieg. Die Falken taten nicht mehr als nötig. In Anbetracht des letztjährigen Debakels war trotz Überlegenheit der Falken bis kurz vor Ende des ersten Drittels nicht klar, auf welche Seite die Partie kippen würde. Zwei Tore innerhalb von 18 Sekunden in der letzten halben Minute des ersten Drittels durch Thomas Studer (19.36) und Micha Schär (19.54) entschieden die Partie jedoch frühzeitig. Zu limitiert waren die Platzherren, um auf diesen Tiefschlag noch reagieren zu können. Wie gross der Klassenunterschied war, ersah man an den Situationen, in welchen die Falken in Unterzahl spielen mussten. Denn bei diesen Gelegenheiten spielten die Gäste konzentriert, was dazu führte, dass Rot-Blau froh sein musste, keinen Treffer zu kassieren. Auch während einer gut anderthalb Minuten langen doppelten Überzahl kamen die Berner zu keiner einzigen Torchance. Wie wichtig sie für die Falken sind, bewiesen einmal mehr die Gebrüder Altorfer. Dino, der jüngere der beiden, steuerte zwei Tore und drei Assists, Remo, der ältere, zwei Tore und zwei Assists zum deutlichen Resultat bei. Die Leistung der beiden Ex-Lysser täuscht etwas darüber hinweg, dass die kollektive Leistung des Teams nicht ganz an die «Normalität» heran kam. Denn neben den Gebrüdern Altorfer glänzte nur noch Simon Born, der eine starke Leistung zeigte und drei Assists verbuchte. Die Falken tun gut daran, am nächsten Mittwoch in Lyss mit einer anderen Einstellung ans Werk zu gehen. Vor allem ist die Effizienz im Powerplay zu verbessern, denn auch die Falken erzielten keinen Treffer bei Überzahl. Gegen die läuferisch und technisch starken Seeländer könnte eine Leistung wie gegen Rot-Blau direkt ins Debakel führen.
EHC Rot-Blau Bern-Bümpliz – EHC Napf 2:7 (1:3, 0:1, 1:3)
Weiermannshaus Bern, 75 Zuschauer. SR: Ummel, Brönnimann/Zimmermann. Tore: 13. R. Altorfer (D. Altorfer) 0:1. 17. Beck (Marthaler, Manco) 1:1. 20. Studer (Born, D. Altorfer) 1:2. 20. Schär (Schütz) 1:3. 34. R. Altorfer (D. Altorfer, Born) 1:4. 44. D. Altorfer (R. Altorfer, Studer) 1:5. 47. D. Altorfer (R. Altorfer, Born) 1:6. 48. Gurtner 2:6. 58. Kindler (Meyer) 2:7. Strafen: 6-mal 2 Minuten + 1-mal 10 Minuten (Oberlin, Check von hinten) gegen Rot-Blau, 9-mal 2 Minuten gegen Napf.
Rot-Blau: A. Gurtner; Lanz, Marthaler; Müller, D. Stalder; R. Stalder, Füllemann; Künzler; Manco, Beck, Trüb; Wälti, Parpan, O. Gurtner; Jaquet, Graber, Kohler; Oberlin, Bernasconi.
Napf: Schilt; Kindler, Stoller; Berchtold, Wegmüller; Born, Marolf; R. Altorfer, D. Altorfer, Studer; Guazzini, Sägesser, Meyer; Tschumi, Schütz, Gerber; Lanz, Schär, Zürcher.