Behäbige Falken bezwangen ein beherzt kämpfendes Zunzgen-Sissach mit 4:1. Der Schlüssel zum Erfolg waren die beiden frühen Treffer durch Björn Guazzini (2.) und Micha Schär (3.). Danach hätte das Spiel jedoch auch einen andern Verlauf nehme können.
Waren es die frühen Treffer? Oder war es das Timeout, das die Baselbieter bereits nach zwei Minuten nehmen mussten? Es kam Sand in das Getriebe der favorisierten Gastgeber. Bis zum Ende der Partie klappte bei den Einheimischen nicht mehr viel. In den Spezialsituationen war ZS sogar besser, denn bei den Falken lief in Ueberzahl dank des beherzten Boxplay von Zunzgen nicht viel. In Gefahr, das Spiel zu verlieren, kamen die Huttwiler wegen der eklatanten Abschlussschwäche der Besucher jedoch nicht mehr.
Die Baselbieter traten nach abgeschlossener Vorrunde als Tabellenletzter zum ersten Spiel der Rückrunde in Huttwil an. Der missratene Saisonstart ist jedoch für Zunzgen nichts Neues. Bereits vor Jahresfrist ging die Vorrunde ähnlich in die Hosen. ZS fing sich jedoch in der Folge auf und legte eine beeindruckende Rückrunde hin, welche auf dem sechsten Rang endete und in die Masterround führte. Zudem hatte Zunzgen von den letzten drei Spielen zwei gewonnen und das dritte nur mit viel Pech verloren. Die Falken taten also gut daran, den Gegner ernst zu nehmen und konzentriert an ihre Aufgabe heranzugehen.
ZS hat ein Problem! Die Baselbieter haben das Toreschiessen definitiv nicht erfunden. Denn wären die Gäste im Verwerten ihrer Torchancen vorab im zweiten Drittel effizienter gewesen, hätte es für die Falken eng werden können. Die Platzherren stiegen zwar wie die Feuerwehr in die Partie und führten nach 128 Sekunden bereits mit 2:0. ZS Coach Belser nahm danach bereits sein Timeout, um seine Jungs zur Besinnung zu bringen. In der Tat änderte sich das Spiel danach völlig. Immer wieder gelang es den Gästen, die nun behäbig und flügellahm wirkenden Falken in ihren Kreisen zu stören. Und obwohl sich vor dem stark aufspielende ZS-Hüter Hohlbaum zuweilen turbulente Szenen abspielten, waren die Chancen der Baselbieter nicht minder gefährlich. Zwar war über weite Strecken des Spiels gut sichtbar, welches der beiden Teams mehr Potential aufweist. Dass jedoch der letzte Tabellenrang von ZS keineswegs zementiert ist, und dass das Team von Coach Edi Belser in der Lage ist, dem einen oder andern Favoriten ein Bein zu stellen, wurde in der Partie gegen die Emmentaler augenfällig. Für die Huttwiler waren es drei Punkte. Mehr nicht. Auf die Leistung dürfen sie sich nichts einbilden.
EHC Napf - EHC Zunzgen-Sissach 4:1 (2:0, 1:1, 1:0)
NSZ Huttwil, 208 Zuschauer. SR: Wiegand, Brunner, Ehrensberger. Tore: 2. Guazzini (Meyer, Sägesser) 1:0. 3. Schär (Schütz) 2:0. 24. Zürcher (Stoller) 3:0. 40. Kamber (Othmann, Ausschluss R. Altorfer) 3:1. 49. Meyer (Sägesser, Stoller) 4:1. Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Napf, 6-mal 2 Minuten gegen ZS.
Napf: Schilt; Born, Prinz; Kindler, Stoller; Berchtold, Wegmüller; Marolf; R. Altorfer, D. Altorfer, Studer; Guazzini, Sägesser, Meyer; Lanz, Tschumi, Zürcher, Gerber, Schär, Schütz.
ZS: Hohlbaum; Dörig, Scheidegger; Franz, Kiener; Lenz, Poggio; Scheurer; Di Biase, Othmann, Rieder; Raissle, Graf, Kamber; Niederhauser, Heid, Fiechter; Frey.
Bemerkungen: 2.08 Timeout ZS