Die Falken buchten in ihrem fünften Spiel der neuen Saison ihren fünften Vollerfolg. Dabei schlugen sie den EHC Zunzgen-Sissach letztendlich problemlos mit 8:5. Nach der frühzeitigen Vorentscheidung bereits im ersten Drittel wurde jedoch die Pflicht gegenüber dem zahlenden Publikum sträflich vernachlässigt.
Wie am Mittwoch gegen Burgdorf fiel den Huttwilern auch gegen die Baselbieter bereits im Startdrittel der Sieg innert weniger Minuten quasi in den Schoss. Nach dem Motto «Jeder Schuss ein Treffer» fielen zwischen der 4. und der 7. Minute innert 179 Sekunden 5 Treffer vom 0:0 zum 4:1, wobei ausgerechnet Robert Othmann, der letztjährige Spielertrainer von Zunzgen Sissach, mit zwei Toren innerhalb von lediglich 23 Sekunden vorerst zum 2:0 für die Gastgeber vorlegte. Nach dem Anschlusstreffer nur Sekunden später durch Moritz Fiechter skorte auch Björn Guazzini innert 84 Sekunden gleich zwei Mal. Als in der 18. Minute Remo Altorfer sogar zum 5:1 erhöhte, schienen die Würfel endgültig gefallen. Doch ähnlich wie im Spiel gegen den EHC Burgdorf kamen die Falken im Mitteldrittel ins Schleudern. Die zuvor deutlich unterlegenen Baselbieter bekamen zum Erstaunen der Zuschauer klar Oberwasser, wofür die Huttwiler mit zahlreichen Unkonzentriertheiten und Fehlpässen ihren Beitrag leisteten. Dass das zweite Drittel mit 1:3 verloren ging, wobei der Treffer der Falken eher ein Produkt des Zufalls war, könnte man als Frechheit gegenüber dem Publikum interpretieren. Dass Thomas Schilt bei seinem ersten Saisoneinsatz gleich viele Treffer kassierte wie Simon Pfister zuvor in vier Spielen, lag nicht an ihm, sondern an der lausigen Einstellung seiner Vorderleute. Dass diese auswärts nicht mehr tun als nötig, sei ihnen verziehen. Aber als Heimteam gilt es, das eigene Publikum zu unterhalten, und auch gegen einen unterlegenen Gegner mehr zu tun als nur gerade das Nötigste. Denn 1.) kann eine derartige Einstellung gegen jeden Gegner auch mal ins Auge gehen. 2.) Der Spielrhythmus, wie er in der entscheidenden Phase der Saison gegangen werden muss, wird auf diese Weise nicht gefunden. 3.) Die Akzeptanz beim eigenen Publikum ist merklich gestiegen. Huttwil bemerkt immer mehr, was es an den Falken hat. Dies gilt es vor allem auf dem Eis auszunutzen und zu fördern, und nicht mit minimalistischer Einstellung in Frage zu stellen. Dies sieht auch Sportchef Gregor Thommen so: «Das Gute am Spiel waren die drei Punkte. Aber unsere Einstellung stimmte überhaupt nicht. Schade für das Publikum. Gegen Lyss und Unterseen-Interlaken werden wir ganz anders spielen müssen, sonst wird es nichts mit weiteren Erfolgen.» Trotz mangelhafter Pflichterfüllung bleibt jedoch die Tatsache, dass die Falken einen letztendlich problemlosen Sieg einfuhren und nachwievor verlustpunktfrei dastehen.
Huttwil Falcons – EHC Zunzgen-Sissach 8:5 (5:1, 1:3, 2:1)
NSZ Huttwil, 285 Zuschauer, SR: Fritsche, Brönnimann/Mathys. Tore: 4. Othmann (Gerber) 1:0. 5. Othmann (Brechbühl, Haas) 2:0. 5. Fiechter (Di Biase, Poggio) 2:1. 6. Guazzini (Sägesser, Schär) 3:1. 7. Guazzini (Schär, Kindler) 4:1. 18. R. Altorfer (Schütz) 5:1. 24. Brand (Niederhauser, Graf) 5:2. 29. Di Biase (Frey, Graf) 5:3. 35. Sägesser 6:3. 36. Di Biase 6:4. 48. Meyer (R. Altorfer, Stoller, Ausschlüsse Niederhauser, Frey) 7:4. 52. Rieder (Frey, Lenz) 7:5. 59. Haas (Stoller, R. Altorfer, Auschlüsse Di Baise, Lenz) 8:5. Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen die Huttwil Falcons, 7-mal 2 Minute3n gegen Zunzgen Sissach.
Huttwil Falcons: Schilt, Stoller, Haas; Malicek, Born; Kindler, T. Wegmüller; D. Wegmüller; Brechbühl, Gerber, Othmann; R. Altorfer, Schütz, Meyer; Guazzini, Sägesser, Schär;
Zunzgen-Sissach: Felder; Dörig, Scheidegger; Poggio, Leisi, Lenz, Franz; Niederhauser, Graf, Brand; Rieder, Heid, Frey; Di Biase, Kamber, Fiechter. Moser.