Die Huttwil Falcons spielen in Martigny den Final um den Titel des Amateur Schweizermeisters und um den Aufstieg in die National League B. Die 2:4-Niederlage in Arosa reicht den Huttwilern zum Finaleinzug. Das durchaus mögliche Heimspiel verspielte sich die Bohren-Truppe mit einer ungenügenden Leistung.
VON BRUNO WÜTHRICH/AROSA
Als in der 59. Minute Aron Tischhauser für den EHC Arosa zum 4:2 einschoss, waren die Bündner gegen die immer mehr nachlassenden Falken nahe am Finaleinzug. Nur Sekunden später beraubte Marc Haueter jedoch sein Team durch eine Strafe jeglicher Hoffnungen und ermöglichte den Falken doch noch das Finale.
Alfred Bohren muss weiterhin auf seinen ersten Sieg in Arosa warten. Dem Falken-General, als Spieler 1976 Schweizermeister mit dem SC Langnau, standen auf Aroser Seite mit Andreas Ritsch (Head) und Heini Staub (Assistent) gleich zwei Coaches gegenüber, welche in der Saison 1981/82 mit dem HC Arosa den Titel holten. Bohren gelang es als Spieler nie, in Arosa ein Spiel zu gewinnen. Und auch als Coach muss der Langnauer weiterhin auf seinen ersten Sieg beim 9-fachen Schweizermeister warten. Dabei fing die Partie für die Falken wunschgemäss an. Bereits nach 52 Sekunden realisierte Robert Othmann das 1:0. Die frühe Führung beflügelte die Huttwiler nicht. Zwar domierten sie das erste Drittel klar, waren aber bereits zu diesem Zeitpunkt defensiv anfällig.
Kein Abend für die Falcons
Ein Finalist stand bereits vor dem dritten Spiel fest. Der HC Red Ice Martigny qualifizierte sich nach seinem 6:2-Sieg gegen den EHC Arosa trotz der 3:5-Niederlage vom letzten Samstag gegen die Huttwil Falcons für das Finalspiel. Im Spiel zwischen dem EHC Arosa und den Huttwil Falcons ging es darum, den Gegner von Martigny auszumachen, wobei die Falken die deutlich besseren Karten hatten. Eine Niederlage mit nicht mehr als zwei Toren Differenz reichte den Huttwilern. Um den Final zum Heimspiel werden zu lassen, hätten die Huttwiler jedoch einen Punkt benötigt.
Es war jedoch nicht der Abend der Huttwil Falcons. Das Team war gegenüber dem Spiel gegen Red Ice kaum wieder zu erkennen. Die Liste der Unzulänglichkeiten ist lang. Das miserable Powerplay steht ebenso darin, wie das sich gegenseitige im Wege stehen, die mangelhafte Chancenauswertung, die unnötigen Scheibenverluste oder die fehlende defensive Disziplin. Zur eigenen ungenügenden Leistung kam die Kampfkraft der Aroser, welche mit ihrer harten Spielweise den Falken den Schneid abkauften. Obwohl die Falken über den grössten Teil des Spiels in Führung lagen, zeichnete sich immer mehr ab, dass es eng werden könnte. Obwohl auch die Falken beste Möglichkeiten vergaben, muss letztlich sogar der Finaleinzug als glücklich bezeichnet werden. Ein durchaus mögliches Arosa-Tor mehr, und das Los hätte über Erfolg oder Misserfolg entscheiden müssen. Die Leistung der Huttwil Falcons an diesem Abend hätte in dieser Saison auch gegen andere Gegner nicht zu einem Sieg gereicht.
Aufstiegschancen intakt
Nach insgesamt zehn Siegen in Serie lernten die Falken wieder einmal die Niederlage kennen. Anders ausgedrückt: Nach einem Steigerungslauf seit Beginn der Playoffs kam in Arosa ein Einbruch. Lag es an der Höhenluft? Oder lähmte der mögliche grosse Erfolg? Oder hatte die Bohren-Truppe mit der Spielweise der Aroser Mühe? Die Bündner sind trotz ihres Sieges ausgeschieden. Im ersten Spiel gegen Martigny zeigten die Falken ihre beste Saisonleistung. Mit einer ähnlich disziplinierten und engagierten Leistung sind die Walliser auch auswärts zu packen. Dass das Team von Alfred Bohren nach schlechten Leistungen wieder aufstehen kann, hat es bereits mehrfach bewiesen. Und wer mit so viel glück um das Ausscheiden herum kam, muss ganz einfach wieder aufstehen und die Chance packen.
Arosa – Huttwil Falcons 4:2 (0:1, 1:1, 3:0)
Eissporthalle Obersee. - 677 Zuschauer. - SR: Bielmann; Meuwly/Pitton. - Tore: 1. Othmann 0:2. 28. Portmann (Bartlomé, Studer) 0:2. 31. Schett (Rada, Altmann) 1:2. 45. Tischhauser (Haueter, Ziegler, Ausschluss May) 2:2. 53. Mazza (Rietberger, Altmann, Ausschluss Wegmüller) 3:2. 59. Tischhauser (Bigliel) 4:2. - Strafen: 6-mal 2 Minuten plus 1-mal 10 Minuten gegen Arosa; 5-mal 2 Minuten gegen die Huttwil Falcons.
Arosa: Klingler; Tischhauser, Brun; Figini, Haueter; Kuppelwieser, Manojlovic; Rietberger, Rada; Bonorand, Bigliel, Ziegler; Schett, Pfister, Schmid; Schlup, Mazza, Paul; Staub, Altmann, Thöni.
Huttwil Falcons: Pfister; May, Haas; Berchtold, Wegmüller; Prinz, Frutig; Ryser; Bartlomé, Portmann, Dähler; Othmann, Bieri, Catillaz; Studer, Sägesser, Schär; Holzer, Blaser, Schütz.