Kein Zweifel, der EHC Napf, welcher künftig als «Huttwil Falcons» auftreten wird, ist nach den getätigten Transfers der grosse Favorit in der Zentralgruppe der 1. Liga. Dass sich sowohl der neue Partner SCL Tigers wie auch der neue Besitzer des Nationalen Sportzentrum einen raschen Aufstieg in die NLB wünschen, ist ein streng gehütetes Geheimnis, von dem jeder weiss.
Eher würde der Teufel genussvoll im Weihwasser plantschen, als dass ein Verantwortlicher der «Huttwil Falcons» das Wort «Aufstieg» in den Mund nimmt. Dies ist verständlich. Denn keiner will sich bei einem Scheitern dem möglichen Hohn und Spott aussetzen. Und wir wissen: Auch mit dem besten Kader ist sportlicher Erfolg nie garantiert. Aber die getätigten Transfers und das Potential im Team Ausgabe 08/09 sprechen eine deutliche Sprache. Noch nie waren die Huttwiler derart gut besetzt. Und ein Aufstieg entspricht sowohl den Wünschen des neuen Besitzers des Nationalen Sportzentrum Huttwil, Markus Bösiger, wie auch der SCL Tigers, die sich ein starkes NLB Team als Partner wünschen. Falken-Präsident Heinz Krähenbühl will jedoch nicht nur auf, sondern auch neben dem Eis zulegen. Für ein erfolgreiches Marketing wird der EHC Napf in Huttwil Falcons umbenannt. Die Saison 08/09 muss zwar offiziell noch unter dem alten Namen bestritten werden. Soweit wie möglich wird jedoch ab sofort der neue Name verwendet.
Die Transfers:
Normalerweise wäre ein Transfer wie derjenige der Gebrüder Remo und Dino Altorfer der Toptransfer der Liga. Denn die beiden bürgen für Qualität und Torgefährlichkeit. Remo war Topskorer beim Ligakonkurrent SC Lyss, und Dino stand ihm als Dritter der Skorerliste nur wenig nach. Und trotzdem: Der Wechsel von Langenthals Verteidigungsminister Pascal Stoller nach Huttwil ist die Transfersensation der Liga. Mit Stoller wechselt der offensiv beste Verteidiger der NLB aus beruflichen Gründen in die 1. Liga. Skorerpunkte sind damit garantiert, denn Stoller ist nicht nur schussgewaltig und treffsicher von der blauen Linie, sondern er versteht es auch, die Powerplays zu orchestrieren und glänzt als Assistgeber. Ebenfalls aus der NLB stiess Gregor Thommen zu den Falken. Thommen spielte 54 Partien für den NLA-Aufsteiger EHC Biel und verabschiedet sich ebenfalls aus beruflichen Gründen vom NL-Eishockey. Er gilt als starker Defensiv-Verteidiger mit offensiven Qualitäten. Der Kader wird komplettiert durch Mike Marolf, der mit einer B-Lizenz von den SCL Tigers kommt, mit Thomas Studer von den SCL Young Tigers, sowie Mischa Schär vom SC Langenthal. Aus dem eigenen Nachwuchs rutschen Renato Schütz und Reto Lanz in den Kader.
Stärken und Schwächen
«Unser Team besitzt sowohl mehr Breite wie auch mehr Tiefe», ist Falken-Coach Stefan Gerber überzeugt. «Wir können neu mit vier kompletten Blocks spielen, haben bedeutend mehr taktische Möglichkeiten und werden sicher in den Spezialsituationen Powerplay und Boxplay stärker auftreten.» Es gebe aber auch noch Dinge zu verbessern, sagt Gerber und führt aus, dass das Team oft noch zu kompliziert spiele. Ausserdem müssten einige seiner Spieler noch mehr Verantwortung übernehmen.
Die stärksten Gegner werden wie im Vorjahr Unterseen-Interlaken, Lyss, Zuchwil-Regio und Wiki Münsingen sein, welche den Huttwilern das Leben so schwer wie möglich machen werden. Trotzdem wäre alles andere als der Sieg der Zentralgruppe, sofern nicht die Verletzungshexe allzu brutal zuschlägt, eine riesige Enttäuschung. Dabei könnten es sich die Falken sogar leisten, nach der Qualifikation nicht Gruppenerster zu sein. Denn wer aufsteigen will, muss vor allem in der Endphase der Meisterschaft in Topform sein.